Geboren 6. September 1955 in Solothurn, Schweiz
Born 6. September 1955 in Solothurn, Switzerland
Lebt und arbeitet in Basel, Schweiz
Lives and works in Basle, Switzerland






BRUNO SEITZ, Untitled, 2004,
Oil on cotton, 160 cm x 110 cm


 
 

BRUNO SEITZ, Untitled, 2004,
Oil on cotton, 60 cm x 80 cm


 
 

BRUNO SEITZ, Untitled, 2004, Oil on cotton, 60 cm x 75 cm


 
 

BRUNO SEITZ, Untitled, 2004
Oil on cotton, 60 cm x 65 cm


 
 

BRUNO SEITZ, Untitled, 2004,
Oil on cotton, 60 cm x 55 cm


 
 

BRUNO SEITZ, Untitled, 2004
Oil on cotton, 60 cm x 50 cm


 
 

BRUNO SEITZ, Untitled, 2004
Oil on cotton, 60 cm x 50 cm


 
 

BRUNO SEITZ, Untitled, 2004
Oil on cotton, 60 cm x 70 cm


Einzelausstellungen
Solo Exhibitions

2005
Tony Wuethrich Galerie, Basel, Kabinett

2000
Galerie Fossati, Kilchberg

1997
Galerie Fossati, Kilchberg


Gruppenausstellungen

2003
Ausstellungsraum Klingental, Basel

2003
Regionale, Basel

2002
Galerie Aphold, Allschwil

2001
Regionale, Basel

2000
Peter Merian Haus, "Gastspiel", Basel

1998
Ausstellungsraum Klingental, Basel, mit Balz Tschopp und Hanspeter
Hofmann

1996
Kunsthalle Basel, Jahresaustelllung "Malerei"






Bruno Seitz " landscapes "

"Denn gestehen wir es nur: Die Landschaft ist ein Fremdes für uns und man ist furchtbar allein unter Bäumen, die blühen und Bächen, die vorübergehen..." Rainer Maria Rilke


In verschiedenen Konzepten der zeitgenössischen Kunst war in den letzten Jahren eine Wiederbelebung der Naturdarstellung zu beobachten. Auch in den Bildern von Bruno Seitz ist die Landschaft das zentrale Motiv. Vor einem hoch angelegten Horizont erscheinen gelbgrüne Sträucher und Bäume, die sich von einer weissblauen Himmelszone abheben. Es sind kugelige oder kegelförmige Gebilde von hohem Abstraktionsgrad. Dicht zusammengerückt oder vereinzelt stehen sie auf einem grünen Grund, der ihnen in Textur und Farbe verwandt ist. In stillem Nebeneinander verharren sie wie stumme Darsteller auf einer Bühne. Fremd und gleichzeitig vertraut erscheinen uns die menschenleeren, immergrünen Naturszenarien, die entfernt an englische Parkanlagen des
18. Jahrhunderts erinnern. Obwohl das Motiv nahe ans Auge heranrückt, sich ausschnitthaft präsentiert, stellt sich keine Nähe ein. Vielmehr zeichnet Unerreichbarkeit diese stillen Räume aus.

Es sind Orte, die den Gesetzen der Menschenwelt entrückt sind. Eine eigentümliche Beleuchtung und stets dieselben atmosphärischen Bedingungen herrschen vor: Der Himmel ist ohne Wolken und das Licht lässt sich keiner bestimmten Tageszeit zuordnen. Es ist, als ob dieses alles verbindende Licht zur Substanz der Komposition wird: Es formt die Vegetation, lässt sie Gestalt annehmen und macht ein tiefes inneres Verbundensein sichtbar. Eine Lichtquelle lässt sich zwar ausserhalb des Bildraums erahnen, die vibrierende Kraft hingegen tritt als Eigenlicht aus dem Innern der Farbe selbst hervor.

Wesentlich für diesen Eindruck ist der aussergewöhnliche Farbauftrag, der auf einer plastischen Durchgestaltung der Oberfläche beruht. Über den Zeitraum von mehreren Monaten hinweg baut Bruno Seitz den Bildraum auf. Bis zu 30 Farbschichten legt er in minimalen Bewegungen übereinander, so dass sich jedes Detail im Bild als ein gewachsenes Relief erweist. Als wäre das Wuchern der Natur hier in Malerei überführt, türmt sich die Farbe zu kleinen Stalagmiten aus Farbmaterial auf. Dazwischen werden Schrunde und Risse sichtbar und lassen den Blick bis in die tiefsten Farbschichten eindringen. Leuchtendes Orange blitzt hier und da hervor und mischt sich mit den dominierenden Grüntönen. Es sind Sedimente der Zeit, die sich hier in Farbe materialisieren.

In der gemalten Verdichtung werden die taktilen Qualitäten der Oberfläche erhöht und die Präsenz der Darstellung gesteigert. Die Landschaften von Bruno Seitz zeigen visionäre Orte, jenseits einer fassbaren Wirklichkeit, die in ihrer Intensität das Erscheinen einer uns fremden Natur erfahrbar machen.


© Iris Kretzschmar Mai 2005


 
 

  ©   Tony Wuethrich Galerie, Basel/CH.