Geboren 1969 in Schaffhausen, Schweiz,
lebt und arbeitet in Basel, Schweiz
Born 1969 in Schaffhausen, Switzerland,
Lives and works in Basel, Switzerland




Silikonnetz, 2002, Durchmesser 7,5 m
Die ewigen Jagdgründe, Kunstverein Schaffhausen, Museum zu Allerheiligen

 
 

Floranetz, Silikonnetz, Höhe 3,2 m, Breite 2,2 m, Ernte 2001, Kunstverein Schaffhausen, Museum zu Allerheiligen
 
 

Flummaroom, 2002, Klebefolie, maschinell geschnitten
Kunstpraxis, Siemens Artsprogramm, München 2002

 
 

Stern,2003, 90 x 70 cm, Silikon und Lack auf und hinter Glas
 
 

Bambus, 2003, 90 x 70 cm, Silikon und Lack auf und hinter Glas
 
 

Silhouette1, 2003, 50 x 50 cm, Silikon
und Lack auf und hinter Glas, 2003

 
 

Synapsen, 2004, Silikon, 2 m x 2,5 m
Luitpold Lounge, München, 2004

 
 
 
Einzelausstellungen
Solo Exhibitions

2004
Synapsen, Schaltstellen im Netz der Disziplinen, Luitpold Lounge, München
Gloss, Kabinett, Galerie Tony Wuethrich, Basel

2003
Demon, Kabinett Kunsthalle, Helsinki

2002
Galerie Repfergasse 26, Kunstverein Schaffhausen


Gruppenausstellungen/ Projekte
Group Shows, Projects

2003
Demon, Kabinett Kunsthalle Helsinki 2003
WIR, HIER!, lothringer13/halle, München (Katalog)
Anyway, Forum Vebikus, Schaffhausen
Kunstkredit Basel, Kunsthaus Baselland
1. Spring-Art Salon, Kunstbunker Tumulka in Shanghai/ China
Regionale 2003, Kunstraum Riehen, Basel
Ernte 03, Museum zu Allerheiligen, Kunstverein Schaffhausen

2002
Erste Jahre der Professionalität, Galerie der Künstler, München (Katalog)
Die ewigen Jagdgründe, Museum zu Allerheiligen/ Kunstverein SH (Katalog)
Siemens Arts Program, Internes Projekt, München
Regionale 2002, Kunstraum Riehen, Basel

2001
Imdurchschnitt, Akademiegalerie, Gemeinschaftsprojekt mit Ute Barth, München
Regionale 2001, Kunsthaus Baselland
Ernte 01, Museum zu Allerheiligen, Kunstverein Schaffhausen

2000
München-Nantes 1, Studienprojekt mit der Ecole des Beaux -Arts
Regionale Nantes, Galerie Delrue u.a., Nantes
München-Nantes 2, Kunstbunker Tumulka, München (Katalog)
INS, die Kunstakademie im Haus der Kunst, München
Harras, Wohnungsausstellung, München

1999
Doppelspiel, LEO 11, München

1997
Ladengalerie, lothringer13/laden, München
Gestaltungsprojekt in Zusammenarbeit mit Heike Döscher, TU München-Garching

1995
Positionen, Städtische Galerie Sigmaringen (Katalog)












MAYA BRINGOLF: GLOSS
Text von Christiane Rekade

Vernetzt
Anfang des Jahres zeigte Maya Bringolf in der Luitpold Lounge in München eine Wandinstallation aus Silikon: Riesige, silbrig glänzende Fliegen verfingen sich selbst in einem Netz aus hartgewordenen Silikonfäden.
Auch in den sechs neuen Arbeiten, die die Künstlerin bei Tony Wüthrich Kabinett präsentiert, verbinden sich Linien und Fäden aus diesem Baumaterial zu Ornamenten. Das Fugensilikon, das Bringolf in ihren installativen Arbeiten zu netzartigen, leichten Objekten zusammenfügte, trägt sie nun als eine dicke Farbspur auf Glasplatten auf. Dabei benutzt sie die Kartusche wie einen überdimensionierten Zeichenstift. Die Flächen zwischen den Silikonlinien füllt sie mit glänzender Lackfarbe aus oder gibt den Blick auf die Wand frei. Mit Fugensilikon, Glas und Lackfarbe greift die Künstlerin auf einfache Materialien aus dem Baumarkt und der Werkstatt zurück. Gemeinsam ist ihnen der Glanz ihrer Oberfläche. Gleichzeitig erinnern die dicken Silikonlinien an die Bleiruten, die in der traditionellen Glasmalerei die verschieden farbigen Glasstücke zusammenhalten.

Ornament und Vergnügen
Dichte Ornamente wachsen auf den neuen Glasbildern von Maya Bringolf. Diese oft amorphen Strukturen kombiniert die Künstlerin mit alltäglichen Motiven, die sie im Internet oder in Büchern findet und dann vereinfacht. Piktogrammartig, auf die Silhouette reduziert findet man da die Umrisse eines Motorradfahrers in leuchtend gelber Lackfarbe vor einer amorphen türkisen Struktur. Oder es hebt sich in Tintenblau die Form eines Frauenkopfes von einem schwarz-braunen Hintergrund ab, der an ein Gewirr von Zweigen erinnert. Die Bilder sind von einer satten, glänzenden Farbigkeit, deren Flächigkeit und graphischen Charakter an die Werke von Gary Hume oder der Pop Art denken lassen. Dabei tauchen die Silhouetten ein in die weichen Strukturen der Silikonzeichnungen wie in eine fantastische Landschaft, eine imaginäre Welt aus Faltenwürfen und Bambusblättern.

Mit doppeltem Boden
Maya Bringolf bearbeitet die Glasplatten von beiden Seiten. Die Silikonlinien zeigen sich den Betrachtenden sowohl als etwas unregelmässige Linien mit den dickeren Punkten, an denen die Künstlerin die Kartusche an– oder absetzte oder – auf der Rückseite aufgetragen – als flache, glänzende Spur. Immer bleibt so die Vorstellung der "anderen" Seite, die Vorstellung eines Negativs. Leicht von der Wand entfernt gehängt, erhalten die Glasbilder zudem eine weitere Ebene: Durch das Schattenspiel verdoppeln sich Silikonlinien und Lackflächen, sie verbinden sich mit dem gläsernen Spiegelbild der Betrachtenden. Schatten und Originallinie verspinnen sich zu einem dichten Netz, in den sich nicht nur übergrosse Fliegen verfangen.









 
 

  ©   Tony Wuethrich Galerie, Basel/CH.