| Ausstellung NOIR, Mai 2010 – Juli 2010 |
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NOIR “Schwarz ist das Haar meiner wahren Liebe“ sang Nina Simone einst mit inbrünstiger Leidenschaft. Die Kunstgeschichte und mit ihr viele Künstler und Künstlerinnen würden ihr wohl zustimmen. Von Goyas wahnartigen schwarzen Gemälden wie Saturn, einen seiner Söhne verschlingend (1819–1823) bis hin zu diversen Meisterwerken des 20. Jahrhunderts – z.B. Mark Rothkos späten schwarzen Abstraktionen, die heute wie Leichentücher im Innenraum der Rothko Chapel in Houston hängen, Louise Nevelsons verschachtelten, schwarz gesprayten und dadurch beinahe erdrückenden Installationen aus Holz und den neueren, schwarz gerasterten Ölkreidezeichnungen von Corsin Fontana, die ebenso das Gefühl des Gefangenseins wie ekstatische Erkenntnis heraufbeschwören – diese dunkelste aller Farben (oder Unfarbe wie Issac Newton noch im 17. Jahrhundert meinte) hat Künstler und Künstlerinnen schon immer in ihren Bann gezogen. Schwarz als Tod, Trauer und Entbehrung, als Autorität, Erforschung, Rasse, und Armut, als Polarität, Faschismus, Urbanität, Ergiebigkeit oder Chic: Seit jeher ist Schwarz in der Kunst gezielt und mehrdeutig eingesetzt worden. Im alten Ägypten symbolisierte die Farbe Schwarz (kem) sowohl Tod als auch Auferstehung. Osiris wurde der “Schwarze“ genannt und viele Statuen von Göttern und Königen waren aus schwarzem Stein. Seither hat die Farbe Schwarz immer wieder Begeisterung erfahren und geweckt, so im 20. Jahrhundert, als die Galerie Maeght 1946 in Paris die epochale Ausstellung “Le noir est une couleur“ mit Werken von Bonnard, Braque, Matisse und anderen zeigte. Sechzig Jahre später präsentierte das Haus der Kunst in München die Ausstellung “Black Paintings“, welche Werkserien von Künstlern wie Ad Reinhardt, Barnett Newman und Frank Stella vereinte. In ihren Bildern, die von Intelligenz und einer erhabenen, dichten Ernsthaftigkeit beinahe vibrieren, gab sich Schwarz als Wesen zu erkennen, das so verführerisch, intensiv und unausweichlich ist wie die Nacht. Es mag viele Definitionen von Schwarz geben, alle sind auf ihre Art sinnstiftend. Schwarz ist der Inbegriff des Omens – vielleicht der Bedeutung gemeinhin. Die Tony Wuethrich Galerie zeigt Werke von 16 Künstlern und Künstlerinnen, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln – narrativ oder abstrakt, monochromatisch oder mehrfarbig – mit der Farbe Schwarz beschäftigen und sich dabei unterschiedlicher Medien bedienen wie der Malerei, der Bildhauerei sowie verschiedener Printverfahren. Mit Künstlern, die ausschliesslich Schwarz verwenden und anderen, die Schwarz werkbezogen einsetzen, zeigt “Noir“ verschiedene Möglichkeiten der Verwendung dieser Farbe. Die zeitliche Dimension der ausgestellten Werke ist breit angelegt: A. R. Penck und Richard Serra sind mit Arbeiten aus den achtziger Jahren vertreten, während junge Künstler wie Oliver Minder und Pawel Ferus Werke zeigen, die speziell für diese Ausstellung geschaffen wurden. April 2010, Quinn Latimer
NOIR “Black is the color of my true love’s hair,” Nina Simone famously sang with singular intensity. And it appears that art history, and its artists, would agree. From Goya’s hallucinatory black paintings like Saturn Devouring His Son (1819–1823), to mid-twentieth-century masterworks like Mark Rothko’s late-life black abstractions, which hang in his Rothko Chapel in Houston like shrouds, and Louise Nevelson’s vastly intricate wooden installations spray-painted a monochromatic and suffocating black, to the recent black crayon grids of Corsin Fontana, which conjure both prison and a kind of ecstatic intelligence, this darkest color (or non-color, as Isaac Newton would have us believe in the 1600s) has long transfixed makers of art. Black as death, as mourning, as austerity, as authority, as exploratory, as race, as poverty, as polarity, as fascism, as urbanity, as fertility, as chic: black has always been many things to the artists who employ it so expertly. In ancient Egypt, black (kem) symbolized death and resurrection, with Osiris referred to as the “black one” and numerous statues and gods depicted in its dark stain. Since then, the color black has experienced moments of renewed fervor, as in the twentieth century, when Paris’s Maeght Gallery presented the 1946 exhibition “Black is a Color,” with works by Bonnard, Braque, Matisse, and others. Sixty years later, Munich’s Haus der Kunst mounted “Black Paintings,” featuring artists like Ad Reinhardt, Barnett Newman, and Frank Stella. From their paintings, which hum with intelligence and a dense, gorgeous sobriety, black revealed itself to be as seductive, studious, and inevitable as night. Black’s definition might be many but it is consistently meaningful. It is the very color of portent—and perhaps of meaning itself. On view at Tony Wuethrich Galerie are works by 16 diverse artists who approach the color black from a multiplicity of angles—narrative or abstract, monochromatic or not—and mediums: prints, painting, and sculpture will all be featured. Artists who work exclusively with black will join artists who only work in black occasionally. The time period of the artworks is equally wide-ranging: A. R. Penck and Richard Serra are represented by pieces from the 1980s, while works by the young Basel artists Oliver Minder and Pawel Ferus were made in the past few years. Works by : George Baselitz, Corsin Fontana, Markus Gadient, Pawel Ferus, Róza El-Hassan, Thomas Hauri, Christian Herdeg, Hanspeter Hofmann, Leiko Ikemura, Indra., Noori Lee, Oliver Minder, A. R. Penck, Frances Scholz, Markus Schwander und Richard Serra. April 2010, Quinn Latimer
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| © Tony Wuethrich Galerie, Basel/CH. | |||