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Tony Wuethrich Galerie freut sich, parallel zu der umfassenden Leiko Ikemura
Retrospektive
im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen neue abstrakte und figürliche
Gemälde, sowie
Skulpturen und Aquarelle der in Koeln und Berlin lebenden Künstlerin
zu zeigen.
Nach der letzten Ausstellung Beach Girls, die 2004/2005 in der Galerie
stattfand, reduziert
sich die jetzige Auswahl auf nahezu abstrakte, nächtliche Landschaften
– Nightscapes – und
die neue Serie von Floating Heads. Erste sind so genannte Horizontbilder,
aus denen jedoch
die wesenhaften Mädchengestalten, mit denen Leiko Ikemura bekannt
wurde, weit gehend
verschwunden sind. Geblieben ist jedoch die Horizontlinie, als leuchtende
Sphäre zwischen
zwei Elementen oder Daseinsformen. Dieser Horizont trennt und verbindet
gleichzeitig –
Himmel und Meer, Tag und Nacht, Diesseits und Jenseits. Genauso befinden
sich auch die
Gemälde auf der Schwelle zwischen abstrakt und gegenständlich.
Ob man in den irisierenden
Farbverläufen eine Landschaft erkennen will oder eine abstrakte Farbfeldkomposition,
bleibt
dem Betrachter überlassen. Kennt man jedoch das Werk Ikemuras, sieht
man immer einen
Horizont und vermutet irgendwo eine Mädchengestalt, die ihm entsteigt,
auf ihm ruht, oder in
ihn eintauchen könnte. Durch den Malgrund Jute bekommen die Bilder
mit ihren sich vielfach
überlagernden und lasierenden Farbschichten eine ganz eigene Textur.
Eine weitere neue Werkgruppe besteht aus den „Floating Heads"
– riesenhaften, von einem
Körper getrennten Frauenköpfen, welche vor schwarzem Hintergrund
oder über einer
Horizontlinie schweben – als wollte sie diese mit den Lippen berühren
oder sich gar
hineinstürzen. Die Gesichter haben geschlossene Augen, sie träumen
oder schlafen,
erscheinen jedoch gleichzeitig wie entflammt, mit fliegenden grünen,
gelben oder orangenen
Haaren. Sie sind ganz ruhig und in Bewegung zugleich, mitten im Bildraum
schwebend –
meditative Gesichter einer Seele, die in telepathischer Verbindung zu
ihrem Horizont steht.
Waren schon die Mädchen vertraute Bewohner dieses „Zwischenraums",
so scheinen die
„Floating Heads" ihm buchstäblich von Angesicht zu Angesicht
begegnen.
Ergänzend werden zwei Bronzeskulpturen und eine neue Serie von acht
Aquarellen mit
Gesichtern gezeigt, die auf verschiedene Frauenportraits von Francisco
de Goya zurückgehen.
Eva Scharrer, August 2008
Biographie
und weitere Ausstellungen

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