| Ausstellung
Herbert Brandl Markus Gadient, Mai Juli 2002 |
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"Weisses blindes Rauschen" von Almut Rembges Die Arbeiten von Herbert Brandl und Markus Gadient berühren sich in dem Begriff einer Dramaturgie des Lichts. So entstehen eine Art Landschaftsbilder, in denen sowohl das Figurative, als auch eine Welt unter der Oberfläche aufgenommen wird. Trotz dieser Nähe zueinander manifestiert sich die Malerei dann aber in ganz ungleichen Bildwelten. Die Farbflut von Herbert Brandl scheint sich beinahe zu verselbstständigen und fordert ihre strahlende Präsenz ein zwischen Raum, Leere und Oberfläche. Das Licht bei Markus Gadient ist dagegen eher als ein inneres Leuchten zu fassen. Dieses hat seine Qualität gewonnen aus dem Verzicht der Farbe. Dieser Prozess kann auch als eine Akzeptanz des ganz anderen zugunsten einer Erneuerung beschrieben werden. So vermitteln beide Werkgruppen ein Wahrnehmungserlebnis, welches sich Tiefenräume entlang des Lichts erschliesst. Markus Gadients Bilder sind Bildnisse von Landschaften. Im "Zyklus Wildenstein" wird zuerst der Bildgrund aus einer pastosen Schichtung von weisslich leuchtenden Farben gemalt, aus welcher baumartige Gebilde herauszuwachsen scheinen. Die atmosphärische Farbgebung hat dabei etwas beinahe zu Schönes, zeigt sich aber mit einer Entschiedenheit, als wolle sie noch einmal alles riskieren, angesichts der grauen Farbe, welche sich wie ein knorriges Gewächs über das Bild ausbreitet. Markus Gadient vergleicht seine Verwendung von Grau mit einer Art Fastenkur, wobei diese Negierung der Farbe nichts Destruktives sondern vielmehr eine neu erlangte Farbqualität hervorbringt. Für die grossformatigen "Landschaften und Tore" wird die vorhergehende Strategie radikalisiert und die Farbpalette fast ganz verlassen. Nur vereinzelt isoliert sich unvermittelt eine Spur von Farbe aus dem Grau heraus, als sei sie dem Bild selbst fremd geworden. Es ist gerade diese Fremdheit, aus der sie dann eine ungeahnte Energie entwickelt. Wie eine Partitur der Farbe wird in diesem Zusammenhang das Formeninventar lesbar. Neben den organischen und ornamentalen Strukturen bilden sich rätselhafte Formen, welche sowohl Natur als auch künstliche Welten vergegenwärtigen. Die Vielschichtigkeit des Farbauftrags lässt den Blick durch neblige Schleier manches erahnen, was fast greifbar nahe und dennoch im Verborgenen bleibt. Die beiden Zyklen sind mehr als ein Vorführen von Fragen nach der Malerei. Viel eher erzählen sie von einer Farb-und Formensuche, welche ihre Unzulänglichkeit bekennend über sich hinaus wächst. Herbert Brandls Aquarelle untersuchen das unlösbare Verhältnis von Bild und Wirklichkeit mit einer Gebärde der Flut oder auch des Feuers. Die Farbe entwickelt eine dramatische Bewegung, welche vor unserem Auge beinahe noch im Fliessen begriffen ist. Dabei mag sie zunächst Assoziationen mit Landschaft, Gewässer oder Wolken induzieren, lässt diese figurative Art von Bildlichkeit aber im selben Moment bereits wieder hinter sich. Durch die nass in nass Malerei beginnt sich das Büttenpapier mitunter zu wellen, so dass das Aquarell nahezu die Qualität eines Reliefs erhält. Brandl arbeitet mit ganz unterschiedlichen Farbkompositionen von Monochromie bis zur vollständigen Farbpalette. Dort wo verschiedene Farbflächen ineinander fliessen, bilden sich verblüffend scharfe Ränder, die den Bildraum durchziehen wie Nachspuren einer Farbe, welche sich als Blinder ein Bild ertastet. An manchen Stellen ist die Farbkonsistenz nur ein Hauch, trotzdem hat die Malerei nichts ätherisches sondern bleibt immer ganz direkt greifbar. Bisweilen kann der Farbfluss unversehens abbrechen oder sich im Bildträger verlieren, so dass das blosse Papier sichtbar wird. Durch diese Farbaussparungen entstehen blendend helle Leerstellen, wie ein Vakuum der Farbe, die das Bild als absolute Umkehrung seiner selbst in sich aufnimmt. Mit einer nahezu physischen Kraft versuchen die Farben sich des Bildträgers zu bemächtigen, um das Verhältnis von Licht, Raum und Materialität neu auszuloten. Vita und weitere Ausstellungen von Herbert Brandl Vita und weitere Ausstellungen von Markus Gadient |
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| © Tony Wuethrich Galerie, Basel/CH. |